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Erstes Technologieseminar „Zerspanung von hybriden Leichtbaumaterialien“

3. Dezember 2018

Wissenstransfer auf hohem Niveau

Part­ner­fir­men ver­anstal­ten 1. Technologieseminar

Der Pio­niergeist der Part­ner Reichen­bach­er Hamuel und Huf­schmied Zerspanungssys­teme war nicht nur beim gemein­samen Auftritt auf der Com­pos­ites Europe in Stuttgart deut­lich zu spüren, son­dern auch auf dem ersten Fach­sem­i­nar, das man gemein­sam mit Fraun­hofer IPA und Schuko am 22. Novem­ber 2018 in Coburg unter der her­aus­fordern­den Schlagzeile „Vom Fahrver­bot zum Fräsver­bot“ veranstaltete.

Rund 70 Teil­nehmer aus dem gesamten Bun­des­ge­bi­et waren angereist, um nach ein­er Werks­besich­ti­gung bei Reichen­bach­er Hamuel in der Orangerie im Schloss­park Rose­nau an einem Tech­nolo­giesem­i­nar teilzunehmen, bei dem es schw­er­punk­t­mäßig um die Zerspanung von hybri­den Leicht­bau­ma­te­ri­alien ging. Allen Teil­nehmern war klar, dass in Zukun­ft auf die Indus­trie viele neue Her­aus­forderun­gen zukom­men wer­den, und dass nur die enge Zusam­me­nar­beit und die Verzah­nung von Schlüs­sel­tech­nolo­gien zum Erfolg führen. Thomas Czwie­long, Geschäfts­führer von Reichen­bach­er Hamuel, brachte es bei sein­er Begrüßungsrede auf den Punkt. „Die Ver­ant­wor­tung für die Umwelt und die Men­schen ist all­ge­gen­wär­tig. Hybride Werk­stoffe gewin­nen immer mehr an Bedeu­tung und die Her­aus­forderun­gen, die mit der Bear­beitung dieser Mate­ri­alien anste­hen, kön­nen nur bewältigt wer­den, wenn Experten kooperieren und gemein­sam prozes­sori­en­tierte Kom­plet­tlö­sun­gen anbieten“.

Die Gäste, unter denen Vertreter namhafter Fir­men aus dem deutschen Auto­mo­bil- und Luft­fahrt­sek­tor genau­so anzutr­e­f­fen waren wie auch Experten von Hochschulen und Forschungsin­sti­tuten, zeigten sich am Ende des ganztägi­gen Sem­i­nars begeis­tert von dem enor­men Wis­senstrans­fer. Während der Werks­besich­ti­gung überzeugten sich die Besuch­er davon, dass bei einem Großteil der Maschi­nen­pro­jek­te schon heute über­greifende Lösun­gen ange­sagt sind: Ganz prak­tisch demon­stri­ert an der neuen Reichen­bach­er-Bau­rei­he TUBE, auf der Car­bon fräsen live gezeigt wurde, mit Werkzeu­gen von Huf­schmied und Absaugtech­nik von Schuko.

Die Inhalte der Vorträge schlu­gen einen großen Bogen, ange­fan­gen vom Leicht­bau, über die kri­tis­che Betra­ch­tungsweise aus Sicht der Medi­zin in Bezug auf die Fein­staubbe­las­tung, bis hin zur Darstel­lung der Ein­flussnahme auf diese Kom­po­nente aus Sicht der Maschinen‑, Werkzeug- und Absaugh­er­steller. Die Medi­z­in­pro­fes­sorin Clau­dia Traidl-Hoff­mann von der TUM München gab in ihrem Vor­trag „Saubere Luft im Umfeld der Zerspanung aus Sicht der Betrieb­smedi­zin“ ein ein­drucksvolles State­ment ab in Rich­tung Ver­ant­wor­tung der Indus­trie. Sie wies darauf hin, dass die vor­liegen­den Langzeit­ergeb­nisse keinen Zweifel aufkom­men lassen, wie neg­a­tiv sich Fein­staub­par­tikel auf die men­schliche Gesund­heit auswirken und dass die Fol­gen derzeit kaum abse­hbar sind. Die Daten­lage aus zahlre­ichen epi­demi­ol­o­gis­chen Stu­di­en zu den moleku­laren Mech­a­nis­men der Umwelt-Men­sch-Inter­ak­tion ist erdrück­end, und diese Fak­ten sprach sie auf der Ver­anstal­tung unmissver­ständlich an und alle zeigten sich beeindruckt.

Die Geschäfts­führer André Schulte-Süd­hoff von Schuko Absaugan­la­gen und Ralph Huf­schmied von Huf­schmied Zerspanungssys­teme gin­gen im Anschluss in ihren Vorträ­gen naht­los auf diese The­matik ein und ver­an­schaulicht­en, wie sie mit inno­v­a­tiv­er Tech­nik einen Beitrag zu ein­er besseren Luftqual­ität leis­ten kön­nen. Genau diese Vielfältigkeit der Aspek­te fiel den Sem­i­narteil­nehmern pos­i­tiv auf, zumal immer Wert darauf gelegt wurde zu ver­mit­teln, dass bei den anste­hen­den Her­aus­forderun­gen einzelne Unternehmen auch mit bester Tech­nik nichts mehr alleine aus­richt­en kön­nen. Andreas Geb­hardt vom Fraun­hofer IPA konkretisierte das mit der Aus­sage, dass die Kun­den an einem funk­tion­ieren­den Gesamt­sys­tem inter­essiert sind. Und das bed­ingt die effek­tive Zusam­me­nar­beit der Unternehmen von Prozess­be­ginn an, um zielführend zu ein­er opti­malen Gesamtlö­sung zu kommen.

Die Head­line „Vom Fahrver­bot zum Fräsver­bot“ war für alle der per­fek­te Aufhänger, miteinan­der ins Gespräch zu kom­men. So kon­nte viel genauer und zielführen­der, als es auf großen Messen je möglich wäre, über konkrete The­men disku­tiert wer­den. Michael Schmitz, Mod­ell­baumeis­ter an der HS Coburg, sagte: “Ich werde mich auch für die Fach­sem­inare im näch­sten Jahr anmelden, denn der Wis­senstrans­fer heute war enorm, sehr gut auf­bere­it­et und organisiert“.

Auf der abschließen­den Podi­ums­diskus­sion betonte Georg Han­nig von Scherdel Siment, dass man als Maschi­nen­bauer im Vor­feld klären muss, wieviel Späne und andere Abfälle im Pro­duk­tion­sprozess exakt anfall­en, um dann gemein­sam mit Part­nern ein opti­males Gesamtkonzept zu erar­beit­en. Hein­rich Timm, Vor­stand CCev, wies darauf hin, dass man ger­ade im Bere­ich e‑Mobilität auf den Leicht­bau nicht verzicht­en kann und präzisierte seine Kri­tik an den sein­er Mei­n­ung nach nicht nachvol­lziehbaren ungle­ichen geset­zlichen Gren­zw­erten in Bezug auf Fein­staubbe­las­tun­gen ver­schieden­er Habi­tate. Seine Forderung: Die Rück­kehr zu einem vernün­fti­gen Umgang mit Gren­zw­erten, um damit den Boden zu bere­it­en für nach­haltige Lösun­gen, die allen gerecht wer­den – den Men­schen, der Gesund­heit und den wirtschaftlichen Inter­essen der Unternehmen.

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